Vier Rennen in 26 Stunden
Vier Rennen an einem Wochenende, inklusive der
Möglichkeit für einen Besuch auf dem Münchener Oktoberfest – das steigert bei vielen Rennsportlern die Motivation, auch lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen, selbst aus den benachbarten Ländern. Neben Teilnehmern aus Frankreich und Österreich fand erstmals auch eine große Delegation aus der Tschechischen Republik den Weg nach München.
Sozusagen zum Warmfahren stehen traditionell zuerst die beiden Sprintläufe auf der Floßlände an, die für die Rennen mit wellen- und walzenspendenden Holzeinbauten versehen wird. Nur knapp über eine Minute benötigte der schnellste Mann des Tages, Nationalmannschaftfahrer Nico Paufler aus Rosenheim für die Strecke. Gerade die zahlreichen Nachwuchspaddler, teilweise gerade einmal zehn Jahre alt, finden in den Wellen deutlich größere Herausforderungen.
Diese wurden im Anschluss nochmals gesteigert, denn die TG München hat sich für dieses Jahr mit dem Riesenslalom etwas völlig Neues einfallen lassen: nämlich eine Art Slalomkurs samt Auf- und Abwärtstoren, die im Abfahrtsboot zu bewältigen war. Eine alles andere als einfache Aufgabe in den eher unwillig lenkenden Booten, aber umso mehr spaßig: „Dahinter steht aber keinesfalls nur die reine Gaudi“, erklärt Rennorganisator Jesko Klammer, „vielmehr fördert das Anfahren von Kehrwässern oder das rückwärtige Traversieren in der Welle das Bootsgefühl und bringt damit Sicherheit in bewegtem Wasser!“ Der Spaß kam trotzdem nicht zu kurz, weshalb der Riesenslalom zum festen Bestandteil der Floßgassenrennen werden dürfte.
Das fast komplette Gegenteil zum Riesenslalom: Der folgende Massenstart über eine knapp 13 Minuten lange Strecke mit Ziel am Ende des Floßgassensees. Hier ging es um Positionskämpfe, die bereits an der Startlinie begannen und vor der ersten 180-Grad-Wendmarke ihren Höhepunkt fanden. Hinzu kam das richtige Handling der Wellen, die die insgesamt 66 startenden Boote verursachen. So konnte man sich plötzlich im Wildwasser wiederfinden, wo die Isar eigentlich wellenlos dahinfließt.
Gegen den am darauffolgenden Tag ausgerichteten Isar-Marathon war der Massenstart allerdings eher ein Sprint. 23 Kilometer galt es auf der wilden Isar zwischen Bad Tölz und der Pupplinger Au zu bewältigen. 87 Boote traten an, ein klarer neuer Teilnehmerrekord, den auch der eher geringe Pegelstand der Isar nicht verhinderte. Die schnelle Zeit von exakt 75 Minuten, die der siegreiche K2 mit der Besatzung Nico Paufler/Niklas Heuser vorlegte, setzt da umso mehr ein Ausrufezeichen.
Detaillierte Ergebnisse aller Rennen auf www.isar-marathon.de
Text: Jan Burgdorf / Fotos: Bastian Kaddick



